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Zahnersatz Kosten: Was zahlt die Kasse wirklich? Preise kennen, Eigenanteil berechnen

Zahnersatz kostet zwischen 600 und 4.000 Euro. Die GKV zahlt nur einen Festzuschuss – den Rest tragen Sie selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • check Die Kosten für Zahnersatz variieren stark: Eine Krone kostet 300 bis 1.000 Euro, ein Implantat mit Krone 1.800 bis 3.500 Euro, eine Brücke 1.200 bis 2.500 Euro.
  • check Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt einen Festzuschuss, der etwa 60% der Regelversorgung entspricht – nicht 60% der tatsächlichen Kosten.
  • check Mit einem lückenlos gepflegten Bonusheft über 5 bis 10 Jahre steigt der GKV-Festzuschuss auf bis zu 75% der Regelversorgung.
  • check Der Eigenanteil lässt sich durch Zweitmeinungen, Vergleichsangebote und eine Zahnzusatzversicherung deutlich senken.
Zahnersatz Kosten: Was zahlt die Kasse wirklich?
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Inhaltsverzeichnis

1. Warum ist Zahnersatz so teuer?

Die hohen Kosten für Zahnersatz haben mehrere Ursachen. Zunächst ist die Herstellung aufwändig: Ein Zahntechniker fertigt Kronen, Brücken oder Prothesen individuell im Labor an. Das erfordert Präzisionsarbeit und hochwertige Materialien.

Die drei Kostenfaktoren beim Zahnersatz

  • Zahnarzthonorar: Die Behandlung selbst wird nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet. Bei aufwändigen Versorgungen wie Implantaten kann das Honorar 500 bis 1.500 Euro betragen.
  • Laborkosten: Der Zahntechniker stellt den Zahnersatz her. Je nach Material und Aufwand liegen die Laborkosten bei 200 bis 800 Euro pro Einheit.
  • Materialkosten: Hochwertige Materialien wie Vollkeramik oder Zirkon kosten mehr als Metalllegierungen. Bei einem Implantat kommt zusätzlich der Implantatkörper aus Titan hinzu.

Die Gesamtkosten setzen sich also aus mehreren Komponenten zusammen. Ein Implantat mit Krone kann beispielsweise 800 Euro Zahnarzthonorar, 600 Euro für den Implantatkörper und 400 Euro Laborkosten umfassen – insgesamt 1.800 Euro.

2. Kosten nach Zahnersatz-Art im Überblick

Die Kosten für Zahnersatz unterscheiden sich je nach Versorgungsart erheblich. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Preißpannen für verschiedene Zahnersatz-Arten in Deutschland.

Zahnkrone

Eine Zahnkrone schützt einen beschädigten Zahn und stellt seine Form wieder her. Die Kosten hängen stark vom Material ab.

  • Metallkrone (Regelversorgung): 300 bis 500 Euro
  • Metallkrone mit Keramikverblendung: 400 bis 700 Euro
  • Vollkeramikkrone: 700 bis 1.000 Euro
  • Zirkonkrone: 800 bis 1.200 Euro

Zahnbrücke

Eine Brücke ersetzt einen oder mehrere fehlende Zähne. Die Kosten richten sich nach der Anzahl der Glieder und dem verwendeten Material.

  • Dreigliedrige Metallbrücke: 600 bis 900 Euro
  • Dreigliedrige verblendete Brücke: 900 bis 1.500 Euro
  • Dreigliedrige Vollkeramikbrücke: 1.500 bis 2.500 Euro

Zahnimplantat

Ein Implantat ersetzt die Zahnwurzel durch einen Titanstift, auf dem eine Krone befestigt wird. Es ist die hochwertigste, aber auch teuerste Lösung.

  • Einzelimplantat mit Krone: 1.800 bis 3.500 Euro
  • Bei Knochenaufbau zusätzlich: 300 bis 1.200 Euro
  • All-on-4 (kompletter Kiefer): 10.000 bis 18.000 Euro

Zahnprothese

Prothesen ersetzen mehrere oder alle Zähne. Sie sind günstiger als festsitzender Zahnersatz, bieten aber weniger Komfort.

  • Teilprothese (Modellguss): 600 bis 900 Euro
  • Teilprothese mit Geschiebe: 1.500 bis 3.000 Euro
  • Totalprothese (ein Kiefer): 500 bis 800 Euro
  • Implantatgetragene Prothese: 3.500 bis 8.000 Euro
Zahnersatz-Art Preißpanne GKV-Zuschuss ca.
Metallkrone 300 – 500 Euro 180 – 220 Euro
Keramikkrone 700 – 1.000 Euro 180 – 220 Euro
Dreigliedrige Brücke 600 – 2.500 Euro 400 – 550 Euro
Einzelimplantat 1.800 – 3.500 Euro 500 – 700 Euro
Teilprothese 600 – 3.000 Euro 450 – 600 Euro
Totalprothese 500 – 800 Euro 400 – 500 Euro

3. Was zahlt die Krankenkasse beim Zahnersatz?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt beim Zahnersatz nicht einen prozentualen Anteil der tatsächlichen Kosten, sondern zahlt einen sogenannten Festzuschuss. Dieser Zuschuss ist unabhängig davon, für welche Versorgung Sie sich entscheiden.

So funktioniert das Festzuschuss-System

Für jeden Befund (z.B. fehlender Backenzahn) ist eine Regelversorgung definiert – die günstigste zweckmäßige Lösung. Der Festzuschuss beträgt 60% dieser Regelversorgung. Wählen Sie eine hochwertigere Versorgung, bleibt der Zuschuss gleich – die Mehrkosten tragen Sie selbst.

Bonusheft: Bis zu 75% Zuschuss

Mit einem gepflegten Bonusheft erhöht sich der Festzuschuss deutlich. Das Bonusheft dokumentiert Ihre regelmäßigen Zahnarztbesuche.

  • Ohne Bonusheft: 60% der Regelversorgung
  • Mit 5 Jahren Bonusheft: 70% der Regelversorgung
  • Mit 10 Jahren Bonusheft: 75% der Regelversorgung

Härtefallregelung: Doppelter Zuschuss

Versicherte mit geringem Einkommen können die Härtefallregelung beantragen. Die Einkommensgrenze liegt 2024 bei etwa 1.358 Euro brutto monatlich für Alleinstehende. Bei Härtefall verdoppelt sich der Festzuschuss – die Regelversorgung ist dann komplett kostenfrei.

Wichtig: Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn

Bevor Ihr Zahnarzt mit der Behandlung beginnt, erstellt er einen Heil- und Kostenplan. Diesen reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Die Kasse prüft den Plan und teilt Ihnen den genauen Festzuschuss mit. Beginnen Sie die Behandlung nicht, bevor die Genehmigung vorliegt.

4. Eigenanteil berechnen: So hoch ist Ihr Kostenanteil

Der Eigenanteil ergibt sich aus den Gesamtkosten abzüglich des Festzuschusses der Krankenkasse. Bei hochwertigen Versorgungen kann der Eigenanteil erheblich sein. Zwei Rechenbeispiele verdeutlichen die Unterschiede.

Beispiel 1: Keramikkrone im Backenzahn

  • Gesamtkosten Keramikkrone: 850 Euro
  • Regelversorgung (Metallkrone): 350 Euro
  • Festzuschuss (60%): 210 Euro
  • Ihr Eigenanteil: 640 Euro

Mit 10 Jahren Bonusheft steigt der Festzuschuss auf 75% der Regelversorgung, also 262 Euro. Ihr Eigenanteil sinkt auf 588 Euro.

Beispiel 2: Zahnimplantat statt Brücke

  • Gesamtkosten Implantat mit Krone: 2.800 Euro
  • Regelversorgung (Brücke): 900 Euro
  • Festzuschuss (60%): 540 Euro
  • Ihr Eigenanteil: 2.260 Euro

Der Festzuschuss bleibt gleich, egal ob Sie die Brücke oder das Implantat wählen. Bei einem Implantat zahlen Sie den Großteil selbst, weil die Gesamtkosten deutlich über der Regelversorgung liegen.

Eigenanteil-Rechnung Schritt für Schritt

  • 1. Gesamtkosten ermitteln: Laut Heil- und Kostenplan
  • 2. Festzuschuss prüfen: Abhängig von Befund und Bonusheft
  • 3. Eigenanteil berechnen: Gesamtkosten minus Festzuschuss
  • 4. Zusatzversicherung prüfen: Erstattung je nach Tarif abziehen

5. Zahnersatz-Kosten senken: 5 wirksame Spartipps

Der Eigenanteil beim Zahnersatz lässt sich mit verschiedenen Strategien reduzieren. Die folgenden fünf Tipps helfen Ihnen, Kosten zu sparen.

1. Bonusheft pflegen

Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolluntersuchung und lassen Sie jeden Besuch im Bonusheft dokumentieren. Nach 5 Jahren erhalten Sie 70%, nach 10 Jahren 75% der Regelversorgung als Festzuschuss. Bei einer Krone kann das bis zu 50 Euro mehr Zuschuss bedeuten.

2. Heil- und Kostenplan prüfen

Fordern Sie vor Behandlungsbeginn einen detaillierten Heil- und Kostenplan an. Prüfen Sie die einzelnen Positionen und fragen Sie nach, welche Leistungen zwingend notwendig sind und wo Einsparpotenzial besteht.

3. Zweitmeinung einholen

Die Kosten für Zahnersatz variieren je nach Zahnarzt und Labor erheblich. Eine Zweitmeinung bei einem anderen Zahnarzt kann Preisunterschiede von 20 bis 30% aufdecken. Viele Krankenkassen vermitteln kostenlose Zweitmeinungsportale.

4. Zahnzusatzversicherung abschließen

Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt je nach Tarif 70% bis 100% der Kosten für Zahnersatz. Gute Tarife mit hoher Erstattung kosten etwa 15 bis 30 Euro monatlich. Wichtig: Schließen Sie die Versicherung ab, bevor eine Behandlung angeraten wird – sonst ist sie vom Schutz ausgeschlossen.

5. Regelversorgung akzeptieren

Die Regelversorgung ist funktionell gleichwertig, aber weniger ästhetisch als hochwertige Alternativen. Eine Metallkrone im nicht sichtbaren Backenzahnbereich erfüllt denselben Zweck wie eine teure Keramikkrone – bei deutlich geringerem Eigenanteil.

6. Fazit: Zahnersatz ist teuer, aber kalkulierbar

Zahnersatz gehört zu den kostspieligsten Leistungen beim Zahnarzt. Die Kosten liegen je nach Versorgung zwischen 300 Euro für eine einfache Krone und mehreren tausend Euro für Implantate. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur einen Festzuschuss, der sich an der günstigsten Regelversorgung orientiert.

Mit einem gepflegten Bonusheft, Vergleichsangeboten und einer Zahnzusatzversicherung können Sie den Eigenanteil deutlich reduzieren. Fordern Sie vor jeder Behandlung einen Heil- und Kostenplan an und prüfen Sie Ihre Optionen sorgfältig. So behalten Sie die Kosten im Griff und erhalten die Versorgung, die zu Ihren Bedürfnissen und Ihrem Budget passt.

7. Häufige Fragen zu Zahnersatz-Kosten

Die Kosten für Zahnersatz bei einem einzelnen Zahn variieren stark. Eine Metallkrone kostet 300 bis 500 Euro, eine Keramikkrone 700 bis 1.000 Euro. Ein Einzelimplantat mit Krone liegt bei 1.800 bis 3.500 Euro. Die Krankenkasse zahlt einen Festzuschuss von etwa 180 bis 220 Euro für eine Krone, unabhängig vom gewählten Material.
Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt einen Festzuschuss, der 60% der Kosten für die Regelversorgung entspricht. Mit einem gepflegten Bonusheft steigt der Zuschuss auf 70% (5 Jahre) oder 75% (10 Jahre). Der Festzuschuss gilt unabhängig davon, welche Versorgung Sie wählen – bei hochwertigen Alternativen tragen Sie die Mehrkosten selbst.
Der Festzuschuss hängt vom Befund ab. Für eine Krone liegt er bei etwa 180 bis 220 Euro, für eine dreigliedrige Brücke bei 400 bis 550 Euro, für ein Implantat (Zuschuss wie bei Brücke) bei 500 bis 700 Euro. Mit 10 Jahren Bonusheft erhöht sich der Zuschuss um 15 Prozentpunkte. Bei Härtefall verdoppelt er sich.
Die Kosten setzen sich aus drei Faktoren zusammen: Zahnarzthonorar (abhängig von Aufwand und GOZ-Steigerungsfaktor), Laborkosten (abhängig von Zahntechniker und Herstellungsort) und Materialkosten (Metall, Keramik oder Zirkon). Auch regionale Unterschiede und die Spezialisierung der Praxis beeinflussen den Preis.
Eine Zahnzusatzversicherung kann sich lohnen, wenn Sie hochwertigen Zahnersatz bevorzugen. Gute Tarife erstatten 70% bis 100% der Kosten und kosten etwa 15 bis 30 Euro monatlich. Wichtig: Schließen Sie die Versicherung ab, bevor eine Behandlung angeraten wird. Bei mehreren fehlenden Zähnen kann der Abschluss erschwert oder teurer sein.
Ja, Zahnersatz-Kosten können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dafür müssen Ihre gesamten Krankheitskosten eine zumutbare Belastungsgrenze überschreiten, die vom Einkommen und Familienstand abhängt. Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege auf.
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