2. Diabetes, Osteoporose und Rheuma als Risikofaktoren
Zu den häufigsten Vorerkrankungen, die Patienten vor einer Implantation verunsichern, gehören Diabetes, Osteoporose und Rheuma. Alle drei gelten als relative Kontraindikationen. Das bedeutet: Ein Zahnimplantat ist möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen stimmen.
Zahnimplantat bei Diabetes
Diabetes ist laut aktueller AWMF-Leitlinie kein pauschaler Ausschlussgrund, sondern ein Risikoindikator. Entscheidend ist der HbA1c-Wert: Liegt er stabil bei 8 % oder darunter, gilt die Implantation als sicher und vorhersagbar. Ist der Blutzucker schlecht eingestellt, steigt das Risiko für eine verzögerte Einheilung. Lassen Sie Ihren HbA1c-Wert vor dem Eingriff vom Hausarzt kontrollieren und bringen Sie den Befund zum Implantologen mit.
Zahnimplantate bei Osteoporose
Bei Osteoporose ist nicht die Erkrankung selbst das Hauptrisiko, sondern die Medikamente. Orale Bisphosphonate, wie sie bei Osteoporose häufig verordnet werden, führen nur in 0 bis 0,5 % der Fälle zu einer Kiefernekrose. Bei korrekt ausgewählten Patienten liegt die Implantat-Überlebensrate bei 86 bis 100 %. Intravenös verabreichte Bisphosphonate in onkologischer Dosierung bergen dagegen ein deutlich höheres Risiko von 1 bis 21 % für Kiefernekrosen. Eine pauschale Medikamentenpause vor der Implantation bringt laut aktueller Studienlage keinen nachgewiesenen Nutzen. Stattdessen empfehlen Fachgesellschaften eine individuelle Risikobewertung.
Zahnimplantate bei Rheuma und Autoimmunerkrankungen
Rheumatoide Arthritis ist keine absolute Kontraindikation für Zahnimplantate. Studien zeigen keine signifikante Verbindung zwischen Rheuma und klinischem Implantatversagen. Wichtig ist der Umgang mit Medikamenten: DMARDs (krankheitsmodifizierende Antirheumatika) sollten perioperativ nicht abgesetzt werden, da sie das Infektionsrisiko senken statt erhöhen. Auch bei Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow oder Hashimoto ist eine Implantation grundsätzlich möglich. Sprechen Sie vorab mit Ihrem Rheumatologen, damit Zahnarzt und Facharzt die Medikation gemeinsam abstimmen können.
Treten nach dem Eingriff Schmerzen oder ungewöhnliche Beschwerden auf, hilft unser Ratgeber
Zahnimplantat Schmerzen: wann normal, wann Warnsignal?
bei der Einordnung.
Quellen:
AWMF S3-Leitlinie 083-025
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Dentalwelt/Spitta
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